Früher aufstehen als die Sonne.

Im malerischen Städtchen Antigua erwartete uns ein neues Level in Sachen Unterkunft: via airbnb buchten wir ein Zimmer in einer Villa. Mit dem begehbaren Kleiderschrank - mehr als genug für 10 Rucksäcke wie die unsrigen - dem riesigen Bett, Fernseher und Bad konnten wir uns selbstverständlich schnell anfreunden.

Antigua ist zwar sehr touristisch, hat jedoch grossen Charme. Man kann hier internationale Küche geniessen (wir gönnten uns am Ende gar echte Chnöpfli beim Romand Christophe), praktisch überall in Englisch bestellen oder einfach durch die Pflasterstein-Strassen vorbei an den bunten Häusern schlendern. Von senfgelb zu pflaumenrot; die ganze Palette ist vorhanden.

Marion und ihr Fruchtsaft in Antigua.

Marion und ihr Fruchtsaft in Antigua.

Bunt sind auch die Gewänder auf dem Plaza Mayor. 

Bunt sind auch die Gewänder auf dem Plaza Mayor. 

Auf einer Bike-Tour lernten wir die umliegenden Dörfer kennen, erhielten einen Einblick in die Kaffeeproduktion der Bella Vista Coffee Farm und konnten uns von der Qualität pestizidfrei gezüchteter Macadamia Nüssen überzeugen. In "San Antonio Aguas Calientes" war unser letzter Halt und bevor uns der Schlussaufstieg zum Schwitzen bringen sollte, sorgte die riesige Auswahl an von Hand gewobenen Tüchern, Taschen etc. im lokalen Handwerkszentrum für Schweissperlen.

Ein typischer Chicken-Bus und im Hintergrund der Vulkan Acatenango. 

Ein typischer Chicken-Bus und im Hintergrund der Vulkan Acatenango. 

Kaffeebohnen am Trocknen. 

Kaffeebohnen am Trocknen. 

Fast wie Nüssli: getrocknete Kaffeebohnen. 

Fast wie Nüssli: getrocknete Kaffeebohnen. 

Dieser netten Mamasita kauften wir einen Tischläufer ab. 

Dieser netten Mamasita kauften wir einen Tischläufer ab. 

Am nächsten Tag wurden wir von Oscar aus Perú in die Welt der Schokolade entführt. Im Choco Museum lernten wir nicht nur allerlei über die Produktion, sondern durften auch unsere eigene - nach altem Maya Rezept - Schokolade (in flüssiger Form) herstellen. Am Ende des unterhaltsamen Workshops kannte er natürlich auch das Wort Schoggi.

Aus Kakaobohnen wird Pulver.  

Aus Kakaobohnen wird Pulver.  

Weniger Schoggi war der nächste Ausflug, zumindest das erste Drittel davon.

Der Gipfel bzw. besser gesagt der Krater des Vulkans Acatenango, 3976 M.ü.M. war das Ziel des zweitägigen Trips. Immerhin brachte uns der Shuttle Bus schon auf gut 2,500 Meter. Von da an gings steil bergauf und das frohe Wandern wurde durch die über 9l Wasser (für uns beide), das Essen sowie diverses Material im Rucksack zugegeben etwas erschwert.

Auf teils sehr sandigem Untergrund ging es durch Felder, Wälder mit Bäumen, Wälder ohne Bäume bis zum "Basislager" ca. 200m unter dem Gipfel. Erschöpft, aber glücklich genossen wir die Aussicht auf die benachbarten Vulkane Agua und Fuego. Allerdings hielt das freundliche Wetter nicht lange an und ab ca. fünf Uhr - nachdem zum Glück alle Zelte standen - fing es plötzlich an zu regnen.

Ein paar Stunden später sassen wir immer noch im Zelt und inmitten mehrerer heftiger Gewitter. Die Pasta wurde uns freundlicherweise bis ans Zelt geliefert (Guide zu sein hat auch seine Schattenseiten).

Viel schlafen kann man woanders; um 3.30 Uhr wurden wir geweckt. In unserem Fall kam neben der Höhe noch der Umstand dazu, dass mein Schlafsack im Tal blieb und wir zum Glück noch dem einen Gaul bzw. seinem Besitzer eine Decke ausleihen konnten. Details dazu ein ander Mal.

Jedenfalls hatte es aufgehört zu regnen und der Gipfel rief. Der anstrengende Aufstieg mit Stirnlampe erfolgte durch tiefen Sand, was bedeutete, es hatte beinahe was von einem Tanzschritt: zwei vor, einer zurück.

Am Gipfel angekommen wars kühl, windig und voller Touris. Die Sicht auf Agua und Fuego beim Sonnenaufgang war im wahrsten Sinne des Wortes nicht gerade blendend, aber okay. Letzterer ist ja immer noch aktiv, hat für uns leider dann kein Fuego (bzw. Lava) gespeit. Immerhin durften wir mehrere Eruptionen mit Rauch beobachten.

Das klingt jetzt nicht gerade berauschend, aber eigentlich war es unfassbar cool, da oben am Krater zu stehen! Bewölkung und Lava hin oder her. ;)

Danach gabs noch Banana Bread und so etwas wie Kaffee zum Zmorgä und Zack! war die grosse Gruppe (15 Personen plus zwei Guides) schon wieder im "Tal". Der Abstieg dauerte weniger als halb so lang. Unten dann die Erleichterung und das gute Gefühl, es geschafft zu haben. Zugegeben, bei den meisten kam auch das Gefühl #allestuzmerweh auf. 

Vulkan Fuego am Räucheln. 

Vulkan Fuego am Räucheln. 

Geschafft! Das Gipfelfoto. 

Geschafft! Das Gipfelfoto. 

Vulkan Agua bei Sonnenaufgang.

Vulkan Agua bei Sonnenaufgang.

Bevor wir Antigua verliessen, statteten wir unseren zwei Lieblingsorten (das Cafe Union und die Saftbar Almenecer) noch einen Besuch ab. Jimmy vom Union ist der Sohn eines Schweizers, der in Diessenhofen aufgewachsen ist. Er gab uns viele Tipps und ist super buena onda, wie man hier zu sagen pflegt. Lustig, gell!

Im Shuttle-Bus nach Panajachel trafen wir per Zufall auf das amerikanische Paar, mit dem wir uns das Zelt geteilt hatten. Weiter gings im Boot in das ca. 45 Min. entfernte San Pedro la Laguna.

Das Dorf am Fusse des gleichnamigen Vulkans liegt am eindrucksvollen Lago de Atitlán. Dieser See wird von insgesamt drei Vulkanen umgeben. Wir wollten vorerst grad keinen besteigen und buchten den Ausflug auf den Nariz del Indio. Erneut hiess es so sau früh aufstehen, um den Sonnenaufgang an diesem Aussichtspunkt zu geniessen.

Und - es hat sich wieder gelohnt! Dieses Mal war auch die Sicht von keinen Wolken getrübt und wir sahen dem See und den anliegenden Dörfern beim Erwachen zu. Übrigens konnten wir bei dieser Gelegenheit "Reisen wie die Locals" erleben, d.h. die Hinfahrt im Chicken-Bus und zurück auf der Ladebank eines Pick-Ups (zusammen mit 8 anderen plus Material).

Sonnenaufgang über dem Lago Atitlán zum ersten. 

Sonnenaufgang über dem Lago Atitlán zum ersten. 

Sonnenaufgang über dem Lago Atitlán zum zweiten.

Sonnenaufgang über dem Lago Atitlán zum zweiten.

Last but not least gingen wir gestern noch zum wohl bekanntesten Markt in Guatemala nach Chichicastenango. Ein Labyrinth voller Farben, Gerüche und Menschen in meist traditionellen Gewändern, die einem gerne irgendetwas verkaufen möchten.

Chichicastenango: sie strahlt, als hätten wir was gekauft.

Chichicastenango: sie strahlt, als hätten wir was gekauft.

Heute geht es weiter Richtung Honduras, sehr wahrscheinlich mit einer Zwischen-Übernachtung in Antigua. Ihr hört von uns.

Hasta la próxima!