Honduras - durch dick und dünn.

Die Zwischen-Übernachtung in Antigua war zwingend, um innerhalb eines Tages nach Copán, Honduras zu kommen. Beim Ausreiseschalter auf der Guatemala-Seite musste die Australierin vor uns 10 Q(uetzales) Ausreisegebühr zahlen. Auf meine Fragen weshalb wir dies bezahlen müssten und ob er auf 100 Q rausgeben könne, kam die Antwort, es sei schon in Ordnung und er erliess uns die fragwürdige Gebühr. So kann's gehn - zumindest hier. :)

 

In Copán sind wir in einem netten Hostel untergekommen und mussten uns erstmal an die bestimmt fünf Grad höheren Temperaturen gewöhnen. Mit vollen Wasserflaschen gings dann zu den berühmten Maya Ruinen.

Obschon etwas weniger gross als es noch Tikal war, beeindruckend und unglaublich schön waren auch diese Ruinen. Man kann sich definitiv beide Stätten anschauen, ohne dass es nur im Ansatz langweilig werden würde.

Die Maya Ruinen in Copán.

Die Maya Ruinen in Copán.

Am Eingang der Ruinen fliegen diese hübschen Kameraden frei herum. 

Am Eingang der Ruinen fliegen diese hübschen Kameraden frei herum. 

Ruine-Turnen ... oder so ähnlich

Ruine-Turnen ... oder so ähnlich

Am Nachmittag gönnten wir uns noch eine Abkühlung im nahegelegenen Pool eines "Luxusresorts"; mit Konsumation im Restaurant war dies gedultet. Zumindest lautete so der Tipp von unserem Hostel.

Wirklich luxuriös war dann die Weiterreise am frühen Morgen des nächsten Tages. In der besten Klasse (die Sitze liessen eine beinahe horizontale Lage zu) vom Hedman Alas Reisebus ging es an die karibische Küste nach La Ceiba. Verrückt dabei war, dass wir während der ersten Teilstrecke bis nach San Pedro Sula den Bus für uns alleine hatten. Im hässlichen La Ceiba brachte uns das Taxi ans Terminal der Fähre nach Roatán. Die Überfahrt zur Insel dauerte länger und war einiges windiger als erwartet. Zum Glück kamen wir an, bevor uns die aufkommende Seekrankheit zum "Fische füttern" zwang.

Roatán ist viel grösser als Caye Caulker, das Meer ist bitzli weniger schön (immer noch traumhaft), jedoch sind die Strände bedeutend schöner. Leider zwang eine mühsame Magengeschichte Marion, vorallem in den ersten Tagen auf der Insel zum Ausspannen und NichtVielTun. Ich wiederum blieb zum Glück verschont und nutzte die Gelegenheit, eine neue Welt zu erkunden: jene unter Wasser. Der dreitägige Tauchkurs machte mich zum PADI Open Water Diver - yeah. :)

Traumhaftes Roatán. 

Traumhaftes Roatán. 

Sonnenuntergang an "unserem" Strand.

Sonnenuntergang an "unserem" Strand.

Marion entspannt am Lesen. 

Marion entspannt am Lesen. 

Ohne Worte. 

Ohne Worte. 

Es war im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend (mein Sauerstofftank war viel zu schnell leer - allen, die schon mal getaucht sind, wird das bekannt vorkommen) und eine unglaublich faszinierende Erfahrung, fast 20 Meter unter der Oberfläche, inmitten von Fischen, Hummern und Korallen zu schweben.

In Sachen Unterkunft haben wir uns zum ersten Mal ein Studio/eine Cabana mit eigener Küche gegönnt. Nicht alle unsere Gerichte gelangen, aber die Mehrheit schmeckte sehr gut! Vorallem war es aber auch einfach sehr gemütlich, das eigene "Häuschen" zu haben.

Mein Tauchlehrer Alex machts vor.

Mein Tauchlehrer Alex machts vor.

Mein erster Unterwasser-Selfie

Mein erster Unterwasser-Selfie

Unser Heim (links oben). 

Unser Heim (links oben). 

Nach fast einer Woche machten wir uns auf den Weg Richtung Los Naranjos, unsere letzte Station in Honduras. Obwohl die Fähre diesmal bedeutend ruhiger war, sollte es ein turbulenter Trip werden. Im immer noch hässlichen La Ceiba erfuhren wir vom (abermals fetten) Taxifahrer, dass beide Reisebusunternehmen, die uns schneller und direkter an unser Ziel gebracht hätten, seit wenigen Wochen geschlossen haben. Beide haben ihre "impuesto de guerra" (eine Art Schutzgeld) nicht bezahlt und so wurde je ein Fahrer umgebracht. Ob diese Geschichte so genau stimmt haben wir nicht verifiziert, aber beide waren definitiv geschlossen. Für uns bedeutete dies ein Umweg und mindestens einmal mehr umsteigen. Unser erster Bus mit dem klingenden Namen "Diana Express" hatte ein kaputtes Getriebe (und sonstige Mängel) und war auch sonst ein ziemlicher Bummler. Weiter ging es in einem Bus, der zwar in besserem Zustand war, aber uns leider nicht wie vom Fahrer und den Ticketverkäufern versichert, direkt an unser Ziel brachte, sondern ein paar Ortschaften vorher aussteigen liess. Lange Ärgern bringt eh nichts und nur zwei Busfahrten (letztere stehend) später, kamen wir auch schon bei unserer Unterkunft, die Lodge, Restaurant und Brauerei in einem ist, an.

 

Ernüchterung dann im Zimmer: schon wieder eine Kakerlake (wie zuvor schon in der letzten Nacht auf Roatán). Auch wenn das spanische "Cucaracha" immerhin nett klingt, im Zimmer will man diese Tiere definitiv nicht haben. Marion raubten sie gar ihren Schlaf; ich find sie auch abstossend, aber kann wenigstens trotzdem gut schlafen. Jedenfalls fand ich es dann wiederum ziemlich schade, dass es in der D&D Brewery am ersten Abend noch drei ihrer fünf eigenen Biersorten zur Auswahl standen; am zweiten gar nur noch eine. Jammern auf hohem Niveau, ich weiss, gerade weil die Unterkunft ja abgesehen von diesen kleinen Tieren wirklich schön war! So gab es auch andere kleine und hübsche Tiere, wie der Kolibri, der uns beim Zmorgä besuchte.

Am nächsten Tag stand ein Ausflug zum Pulhapanzak Wasserfall an. Eigentlich eine sehr kurze Strecke/Fahrt, die sich jedoch unglaublich in die Länge zog. Es ging um einen abermals stark übergewichtigen Chauffeur, der es vorzog, während dem "Fressen" (sorry!) mit Schrittgeschwindigkeit zu fahren und weitere Faktoren (siehe * weiter unten), die zu der dreifachen Reisedauer führten. Egal, jedenfalls wurde uns vom Hostel und auch vor Ort wärmstens empfohlen, die Tour hinter die Fälle zu machen. Wir wussten nicht recht, was uns erwartet, aber es wurde eine sehr coole und actionreiche Tour: Schwimmen, Klettern (während das Wasser auf einen hinunterpeitscht), in kleine Höhlen rein und am Anfang und Ende je ein Sprung in ein kleines Felsbecken!

Der Pulhapanzak Wasserfall. 

Der Pulhapanzak Wasserfall. 

... und wir mittendrin.

... und wir mittendrin.

Herausfordernd war dann auch der nächste Reisetag. Wir wollten es in einem Tag über die Grenze nach Léon, Nicaragua schaffen. Rein von der Distanz her in Europa sicherlich gut in 4 Stunden machbar. Hier jedoch läuft alles ganz anders. Es gibt keine Tunnels, man fährt also über jeden "Hoger". Auf die Busse an sich müssen wir nicht nochmal eingehen und das Ein- und Aussteigen lassen von Passagieren irgendwo auf der Strecke ist zwar sehr sozial; die Reisezeit verlängern tuts natürlich trotzdem. Vorallem, wenn sich die Abfahrt auch schon am Start danach richtet, dass auch möglichst der letzte Platz besetzt ist. Das kann unter Umständen ziemlich lange dauern, gerade wenn einfach gar keine Leute da sind, die mitfahren wollen*. Wie auch immer, nach dem letzten Minibus auf honduranischer Seite (so eng war's noch nie - ich glaube wir könnten uns mittlerweile in unsere Rucksäcke setzen ;) gelangten wir finalmente an die Grenze.

Auf einmal ging es speditiv - niiicht! ;) Immerhin ging es auf der Seite von Nicaragua schon etwas schneller. Wären da nicht die nervigen Velotaxi-Typen und das tropische Gewitter, welches auf einmal einsetzte, könnte man fast sagen es lief glatt. Für den Regen gabs Hüllen, aber sich gegen ihren Abzock-Versuch zu wehren war mühsam. Klar, es ging nicht um grosse Beträge, aber sie verlangten von uns das zehnfache, weil sie doch zu zweit waren und es so stark regnete. Okay, das Argument Regen kann man noch so halb gelten lassen, aber dass wir für zwei zahlen sollen, obschon der eine "gordito" (der Dicke) einfach nur nebenher mitgefahren ist geht wirklich zu weit. Nun, wir gaben ihnen das Doppelte und stiegen in den nächsten Minibus.

Eine Minibus- und eine Taxifahrt später standen wir dann tatsächlich vor unserem Hostel in León - geschafft! Man darf den Glauben und Optimismus (im Grunde genommen doch sehr ähnliche Dinge) in diesen Breitengraden einfach nicht verlieren. Das schreibt sich irgendwie so einfach ... ;)

 

Von León schreiben wir an unserer nächsten Station, ein verschlafenes Surferstädtchen an der pazifischen Küste, wohin wir morgen weiterreisen. Wir senden euch ein paar Sonnenstrahlen (hier gibt's genug bzw. es ist soo heiss) in die nass-kühle Schweiz und sagen ¡hasta pronto!