Fremde Heimat.

Costa Rica ist grün. Sehr grün sogar und so verwundert es wenig, dass es bisher kaum einen Tag ohne Regen gab. Gut, wir sind mittlerweile auch definitiv in der Regenzeit, was zu Beginn unserer Reise noch nicht der Fall war. Jedenfalls ist es sehr schön, an saftigen Wiesen und unzähligen Wälder vorbei zu fahren oder darüber zu fliegen. Mehr dazu später.

Erst zu unserer zweiten Station in Costa Rica: Sámara. Dieses Städtchen liegt etwas weiter südlich als Tamarindo und ist weniger überfüllt mit Touris. Restaurants und Unterkünfte, auch hier öfter mit nordamerikanischen Besitzern, gibt es immer noch mehr als genug. Wir hatten ursprünglich vor ins Hostel Cactus zu gehen, wurden dann jedoch von einer netten US-Lady "abgefangen", die uns ihr Zimmer am Strand (welches sie via airbnb vermietet) für einen super Preis anbot. Wir haben die Chance gepackt, vor allem auch wegen der Meersicht. Es waren zwar noch ein paar Meter dazwischen, aber im Bett liegend das Rauschen der Wellen zu hören war auf jeden Fall speziell cool!

Surfen direkt am Ort war nur bei Flut, frühmorgens und gegen Abend gut. Auch dann kamen die eher mittelmässigen Wellen sehr unregelmässig, d.h. es gab viele Pausen. Ganz anders am nur eine kurze Taxifahrt entfernten Playa Buena Vista. Da kam praktisch eine gute Welle nach der andern und es gab fast keine Zeit zum Ausruhen. Hier haben wir dann auch unseren zweiten Nachmittag verbracht.

Am Strand in Sámara.

Am Strand in Sámara.

Obwohl die ersten Busfahrten in Costa Rica gut waren, wurde uns in Sámara die Grenzen des Busnetzes und der Fahrpläne bewusst. Wir entschieden uns – mitunter dank den zahlreichen Tipps zweier netter und kompetenter Damen vom Tourist Center – ein Auto zu mieten. Allradantrieb sollte er haben, lautete dann auch die Empfehlung vom Autovermieter, gerade wenn wir damit ins Hochland wollten.

Mit dem silbernen Flitzer (leicht übertrieben – er hatte gefühlte fünf PS mehr wie meine Vespa) ging es weiter nach La Fortuna. Diese Stadt ist der Ausgangspunkt für das Gebiet um den Arenal Vulkan und ein Touriparadies. Am frühen Abend angekommen, gönnten wir uns eines der zig Must-do's vor Ort: Thermalbäder. In den Termalitas (eine der wenigen Optionen mit Backpacker-freundlichen Preisen) kann man zwischen mehreren Bädern mit verschieden Temperaturen auswählen. Von kühl bis "do-gang-i-nöd-inä"-heiss gibt's alles.

Unser Daihatsu 4x4 strotzt dem steinigen Weg. 

Unser Daihatsu 4x4 strotzt dem steinigen Weg. 

Die Termalitas in La Fortuna. 

Die Termalitas in La Fortuna. 

Tags darauf fuhren wir zu einem Hängebrückenpark mit Kolibrigarten und im Anschluss wartete eine Nachttour im Ecocentro Danaus (ein kleiner Regenwaldpark in privatem Besitz). Der kompetente Guide Elias hatte nicht nur ein unglaubliches Gespür, wo grad ein kleines Tier war, sondern wusste auch bestens Bescheid und erzählte so viel, dass man froh war, wenn immerhin die Hälfte hingen blieb. Er zeigte uns Frösche, die etwa so gross wie Marions Daumen (meine sind grösser :P waren und in unvorstellbarer Lautstärke "quakten". Wir sahen die Augen von Kaimanen im Licht der Taschenlampe reflektieren, den "Jesus Christ Leguan" (er kann übers Wasser laufen), riesige Schmetterlinge und vieles mehr. Kostenlos dazu gabs die Aufregung, im dunkeln Wald inmitten von Geräuschen und Lauten zu stehen, von denen man weder wusste von wem oder was noch woher sie kommen.

Ein hohes Pflänzchen (im Hintergrund der Vulkan Arenal).

Ein hohes Pflänzchen (im Hintergrund der Vulkan Arenal).

Der Hängebrückenpark Mistico. 

Der Hängebrückenpark Mistico. 

... und wir. 

... und wir. 

Ein Highlight der Night Tour: der Rotaugen-Laubfrosch. 

Ein Highlight der Night Tour: der Rotaugen-Laubfrosch. 

Eine holprige Fahrt, vorbei am Lago Arenal, führte uns nach Monteverde und bot nebst schönen Aussichten auch eine Flussdurchquerung und zahlreiche 1.-Gang Passagen.

In Monteverde befindet sich der bekannte Nebelwald und das beste Zip Lining (Seilrutschen) vom Land. Auf den Rat des Hostelbesitzers buchten wie die Tour bei Extremo. Die Canopy Tour dieses Anbieters umfasst die längsten und höchsten Kabel der Region, ein Tarzan-Swing und zwei Superman-Kabel. Adrenalin pur, vorallem beim Tarzan-Swing, wie man unschwer sehen bzw. hören kann.

Aussicht von einer Plattform. 

Aussicht von einer Plattform. 

Als am Nachmittag erneut Regen einsetzte, machten wir uns auf den Weg nach Manuel Antonio. Der kleinste Nationalpark des Landes ist ein Touristenmagnet und leider zum Opfer des eigenen Erfolgs geworden. Die Tiere sind mittlerweile fast zu sehr an Menschen, die jeden Tag in Strömen durch den Park wandern, gewöhnt. Nichtsdestotrotz ist es erstaunlich, wieviele Tiere man zu sehen bekommt – als wäre es eine Art Freiluft-Zoo. Obwohl ich gerade zu Beginn etwas Mühe mit der Besuchermenge hatte, ist es am Ende doch auch ein lohnenswerter Abstecher gewesen.

Goldbaumsteiger. 

Goldbaumsteiger. 

Schwarzleguan. 

Schwarzleguan. 

Frecher Waschbär. 

Frecher Waschbär. 

Kapuzineraffe mit Nachwuchs. 

Kapuzineraffe mit Nachwuchs. 

Auch die Strände im Manuel Antonio Park können sich sehen lassen.

Auch die Strände im Manuel Antonio Park können sich sehen lassen.

In dem verschlafenen Städtchen Puerto Jimenez auf der Osa Halbinsel haben wir unser Auto zurückgegeben. Vorallem als Ausgangspunkt zum Corcovado Nationalpark bekannt, kann man hier auch wunderbar entspannen. Zum Beispiel an einem der nahen, fast menschenleeren Stränden, die man auch gut per Velo erreicht. Für uns war es zudem Kontrastprogramm zu den vorherigen, etwas überfüllten und touristischen Orten.

Sicht von der Krokodilbrücke bei Tarcoles (auf dem Weg in den Süden).

Sicht von der Krokodilbrücke bei Tarcoles (auf dem Weg in den Süden).

Playa Plantanares bei Puerto Jimenez. 

Playa Plantanares bei Puerto Jimenez. 

Als letzte Station in der Schweiz Zentralamerikas (wie Costa Rica in meinem Guide genannt wurde) gehen wir morgen für zwei Nächte ins Bolita Hostel in Dos Brazos. Dieses befindet sich mitten im Urwald (grenzt an den Corcovado Nationalpark) und Elektrizität gibt's keine. Wir sind gespannt, was uns da alles erwartet. Die Regenjacken sind jedenfalls eingepackt und die Akkus sind voll. Bleibt nur noch auf gutes Wetter zu hoffen. ;)

Ihr hört von uns – Pura Vida!