2 Tage Dschungelbuch

Um es grad vorwegzunehmen: Selbst wenn es ein paar mal regnete, wir hatten Glück mit dem Wetter. Am Montag setzte der Regen 10 Minuten nach unserer Rückkehr von der ersten Wanderung ein. Am darauffolgenden Tag war es weitgehend sonnig und nach nur wenigen Stunden Regen verzogen sich die Wolken wieder und wir konnten am Abend einen beeindruckenden Sternenhimmel bewundern.

Beeindruckend war auch die Lage des Bolita Hostels. Eine ca. 30-minütige Wanderung vom kleinen Kaff Dos Brazos entfernt, stehen mitten im Wald ein paar Hütten mit Blechdächern. Die Zimmer sind sehr offen gehalten, haben keine Türen und bieten so – wie auch Klo und Dusche – praktisch freie Sicht in den Wald.

Das Bolita Hostel ist ein Traum für Naturfreunde.

Das Bolita Hostel ist ein Traum für Naturfreunde.

Unser Zimmer. 

Unser Zimmer. 

Frankie, unser süsser Beschützer.

Frankie, unser süsser Beschützer.

Die Anlage ist mit einem überraschend guten Wasser- und Abwassersystem ausgestattet. So war das Wasser aus dem Hahn trinkbar (besser als vieles, was in der Flasche verkauft wird) und wir konnten zum ersten Mal überhaupt auf unserer Reise das Klopapier herunterspülen!

Die Ironie dieser Episode ist jedoch noch lange nicht zu Ende. Obwohl es sich so ähnlich anfühlte, als ob wir beim Night Walk ein Zelt (immerhin mit Moskito-Netz; ganz wichtig!) aufgeschlagen hätten – rundherum zirpten Grillen, kuakten Frösche und flatterten Falter und anderes Getier – schlief Marion besser als in manchen Hostels zuvor.

Und last but not least waren da ja noch die Wanderungen. Zum Bolita gehört ein Netz an Trails, die von den Besitzern eigens gebaut wurden und durch primären und sekundären Regenwald (teils auch durch Bäche und Flüsse) führen. Da das Grundstück unmittelbar an den für seine Unberührtheit bekannten Corcovado Nationalpark angrenzt, findet man auch eine sehr ähnliche, üppige Flora und Fauna vor. Im Unterschied zum Nationalpark darf man hier aber auch ohne Guide los; die einzige reale Gefahr geht also von Misstritten und Schlangen aus. Obwohl von den letzteren länglichen Zeitgenossen auch giftige und aggressive Arten anzutreffen sind, gab es seit es das Bolita gibt, noch nie einen Schlangenbiss. Zudem, erzählte einer der zwei sehr netten Volunteers (Freiwilligenarbeiter), hätte er in den letzten drei Wochen seit er da oben arbeitet, noch keine einzige gesehen. Marion beruhigte das alles nur bedingt. Und sie sollte Recht bekommen ...

Im Hintergrund der Valle Frijol Trail. 

Im Hintergrund der Valle Frijol Trail. 

«Meinsch häts do kai Schlangä?» 

«Meinsch häts do kai Schlangä?» 

Wir begegneten in den knapp zwei Tagen insgesamt sechs Schlangen! :)

Die kleinste war zwar nur etwa so gross wie ein Wurm, aber die grösste immerhin über zwei Meter. Und was es für uns natürlich noch aufregender (das ist sehr positiv ausgedrückt!) machte: wir hatten keine Ahnung, ob das jeweils vorliegende Exemplar nun giftig oder eben harmlos war.

Nun, es ging alles gut und abgesehen von einem Kratzer sind wir beide heil zurückgekehrt. Natürlich gab es nebst den Kaltblütern noch viele andere, tierische Highlights. Da waren die neugierigen Klammeraffen, die uns ziemlich lange anstarrten (wir starrten logischerweise zurück). Die Tukane (Swainsontukan und Feuerschnabelarassari), welche uns beim Frühstück besuchten. Die Kolibris, die man von der Hängematte aus beobachten konnte und zig Eidechsen, Frösche, Schmetterlinge, Vögel und Käfer, die wir sahen.

Die oben-grau-unten-gelb-Schlange. 

Die oben-grau-unten-gelb-Schlange. 

«Was wollt ihr denn hier?!» 

«Was wollt ihr denn hier?!» 

 «Was wollt ihr denn hier?!» die 2te.

 «Was wollt ihr denn hier?!» die 2te.

Swainsontukan (50mm Brennweite ist zu wenig, aber das Tele liessen wir halt zuhause). 

Swainsontukan (50mm Brennweite ist zu wenig, aber das Tele liessen wir halt zuhause). 

Alles in allem war unser Aufenthalt im Bolita ein sehr schönes und intensives Erlebnis, welches viele Überraschungen bot. Wie z.B. das Rezept für das bisher romantischste Dinner:

Man verzichte auf Elektrizität,  WiFi und andere Gäste (in der zweiten Nacht), füge einen klaren Sternenhimmel, zwei Kerzen und einen Topf selbstgemachte Pasta hinzu et voilá! ;)

Die Welt schien da oben defintiv still zu stehen.

Soo romantic! :) 

Soo romantic! :) 

Unsere Reise macht jedoch das Gegenteil und seit letztem Mittwoch sind wir in Panama, dem letzten Land auf unserem Trip, angekommen.

Was uns hier noch alles erwartet erzählen wir beim nächsten Mal.

Hasta la próxima!