Zurück Im Heimathafen.

Irgendwo hab ich mal gelesen, dass die Schweiz ein Land sei, in das man gerne zurückkehre.
Das können wir definitiv bestätigen.

Und wenn wir auch das Meer, die Früchte, die Entspanntheit und so viel mehr nachwievor bitterlich vermissen; freuten wir uns natürlich auf Familie, Freunde, Schoggi, (gutes) Brot und all die anderen schönen Dinge und Annehmlichkeiten im kleinen Alpenland.

Exakt eine Woche ist bereits vergangen, seit wir in Zürich gelandet sind. Richtig ankommen wollen wir zwar noch nicht, aber schliessen nun doch – vorerst ;) – diesen Blog.

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit, das nette Feedback und das «an-uns-Denken» während den vergangenen drei Monaten. Wir hoffen, Ihr konntet dank diesen Berichten an unserer wundervollen Reise ein wenig teilhaben.


Ein letztes hasta pronto!
Marion & Joël

Finale in Panama.

Erster Stopp im Land mit dem berühmten Kanal war das sehr schön gelegene Boquete. Das Städtchen an sich ist jedoch nichts Besonderes. Es regnet viel, aber umso grüner ist auch die hügelige Umgebung. Bekannt ist Boquete mitunter für den Kaffeeanbau. Uns kam das sehr recht, konnten wir doch seit langem wieder richtig guten Kaffee trinken. Neben Cafe Ruiz haben wir auch die Finca Lérida besucht und den teuersten Kaffee auf unserer Reise genossen – immerhin war es auch einer der besten.

Ein von Marion lang gehegter Wunsch ging in Erfüllung: wir gingen reiten. In einer hübschen Ranch ca. 30 Minuten von Boquete entfernt sattelten wir die zwei Pferde.

Beide Reitanfänger, vertrauten wir auf die gute Erziehung der Pferde und die Fähigkeiten von Jorge, unserem Guide. Es zeigte sich schnell, dass die Tiere genau wussten, wie es um unsere Erfahrung stand: unseren Anweisungen folgten sie nur, wenn es ihnen auch passte. Trotzdem war es rückblickend doch auch erstaunlich, dass wir den teils sehr steilen Ausritt so gut meistern konnten. Wir sind mehrmals gar richtig schnell gallopiert! Das Wetter spielte auch mit und trug zu diesem weiteren schönen Erlebnis bei.

Wendy und Texas Ranger auf ihren Gäulen.

Wendy und Texas Ranger auf ihren Gäulen.

Die Sonne war uns auch am nächsten Tag gewogen als wir unverhofft (erst am Abend vorher erhielten wir den Bescheid, dass es stattfindet) River Raften gingen. Von Beginn weg war Action angesagt: nach weniger als einer Minute waren drei von sechs Leuten bereits unfreiwillig im Wasser. Zahlreiche Stromschnellen sorgten immer wieder für Aufregung und Adrenalin. Erst nach der Mittagspause wurde es ruhiger, eigentlich fast zu lasch, wie wir am Ende feststellen mussten. :)

Gelohnt hat es sich allemal und wir sind froh, konnten wir das ausprobieren.

River Rafting auf dem Chiriquí Grande. 

River Rafting auf dem Chiriquí Grande. 

Weiter ging unsere Reise zur Inselgruppe Bocas del Toro. Nur wenige Meter von der Hauptinsel Colon entfernt, befindet sich die Insel Carenero, auf der wir die ersten zwei Nächte verbrachten. Es setzte grad grad Regen ein, als wir das «Party-Hostel» Aqua Lounge betraten. Warum nicht mal eine etwas weniger ruhige Unterkunft, so zur Abwechslung?, dachten wir. Nun hatten wir aber vergessen, dass wir an einem Sonntag ankommen (ein schöner Nebeneffekt beim Reisen: man vergisst öfter, welcher Wochentag ist) und so hingen die ganzen Jungs und Mädels nur müde rum, weil Samstag gross gefeiert wurde. Wir erfreuten uns derweil am Wasser-Trampolin und dem günstigen Bier. ;) Ach und zu regnen wollte es gar nicht mehr aufhören. Den kompletten Montag – wir wären gerne Surfen und Baden gegangen – hat es durchgeschifft. Tja, so sei halt die Rainy Season hier.

Unseren Optimismus haben wir zurecht nicht verloren, denn die kommenden Tage sahen ganz anders aus. Viel Sonne, etwas Bewölkung und kaum mehr Regen. So macht's Freude.

Am Dienstag wechselten wir die Unterkunft (nebst den ausbleibenden Parties war das Durchschnittsalter in der Aqua Lounge schon auch sehr tief): Es ging zu Tio Tom's auf die Insel Bastimentos. Chris, der deutsche Manager des schön-rustikalen Hostels, war sehr nett und hilfsbereit. Seine Köchin darüberhinaus ziemlich talentiert und so waren die «Family Dinners» jeweils richtig gut. Das Zimmer war übrigens, wie schon in der Aqua Lounge, direkt über dem Wasser: Nur die Holzlatten trennen einen vom karibischen Meer.

Apropos, sei es am Wizard Beach, welcher eine halbstündige Wanderung vom Tio Tom's entfernt lag, oder auf der Isla Zapatilla (ca. eine Stunde im Schnellboot), im Meer zu baden war einmal mehr super. Die Wasserfarbe im geschützten Gebiet um eben diese Isla Zapatilla war sogar noch beeindruckender als beim Wizard Beach.

Am letzten Tag machten wir uns auf zum Playa Estrella. Ein Strand, wo es unzählige Seesterne geben soll. Wir wurden gewarnt, dass sie im Moment eben nicht so zahlreich zu bestaunen seien. Und so war es dann auch. Ob dies mit den Touristen zu tun hat (die sie immer wieder mal gerne für ein Foto aus dem Wasser heben und damit leider umbringen) oder einfach saisonal bedingt ist, wissen wir nicht. Ein paar richtig grosse Exemplare konnten wir jedenfalls trotzdem bestaunen und fotografieren.

Die Aqua Lounge mit Wasser-Trampolin. 

Die Aqua Lounge mit Wasser-Trampolin. 

Das Tio Tom's auf Bastimentos. 

Das Tio Tom's auf Bastimentos. 

Aussicht vom Zimmer.

Aussicht vom Zimmer.

Selfie auf der Isla Zapatilla. 

Selfie auf der Isla Zapatilla. 

Zwischenstopp beim Cayo Coral. 

Zwischenstopp beim Cayo Coral. 

Am Playa Estrella. 

Am Playa Estrella. 

Einen langen Reisetag später – es gab Stimmen, dass man es in einem Tag gar nicht schaffen kann – kamen wir in Santa Catalina an. Ha! :) Das Surfer-Dörfchen bestand aus einigen Unterkünften, oft geschlossenen Restaurants, zwei kleinen Supermärkten und vielen Mangobäumen.

Wir buchten die Unterkunft via airbnb und waren gespannt, ob die Aussicht wirklich so toll wie beschrieben war. Als wir dann das Holzhaus «Rancho Cosa Mia» betraten, war trotz des einsetzenden Regens schnell klar: die Lage ist der Hammer!

Am rechten Ende des Playa Estero leicht erhöht gelegen, überblickt man die gesamte Bucht von der grossen Veranda. Ein Weg führt in wenigen Minuten zum Strand runter; das Surfbrett natürlich immer unter dem Arm. Im rustikalen Haus gab es eine Küche, sehr nette und extrem hilfsbereite Gastgeber und einen jungen Voluntär aus Österreich namens Franz-Josef, der u.a. selber Brot und Mangokonfitüre machte und mit dem wir surfen waren, kochten und Karten spielten. Dank ihm gabs einmal sogar Kaiserschmarrn als Abendessen. Schnell fühlten wir uns richtig wohl und konnten uns auf das Surfen konzentrieren. ;) Für uns war es schlicht das perfekte Gesamtpaket für eine Woche Surfen!

Die Rancho Cosa Mia.

Die Rancho Cosa Mia.

... und die Aussicht von der Veranda. 

... und die Aussicht von der Veranda. 

Surfen ist teils harte Arbeit, macht aber unglaublich viel Spass.

Surfen ist teils harte Arbeit, macht aber unglaublich viel Spass.

dito ;)

dito ;)

Am letzten Tag entschlossen wir uns nicht zuletzt wegen angesagten Riesenwellen für einen Schnorcheltrip zu der Insel Coiba. Schon auf der Hinfahrt spielte eine Gruppe von kleinen Delfinen mit und in der Bugwelle unseres Botes. Obwohl bei den insg. vier Schnorchelstopps im Anschluss nicht immer gute Sicht war und es teils auch eine stärkere Strömung gab, sahen wir Schildkröten, Haie und eine Vielzahl von bunten, kleinen und grossen Fischen. Zudem hatten wir (wieder Mal) grosses Glück mit dem Wetter und die traumhaften Inseln und Inselchen erstrahlten im schönsten Sonnenschein.

Die Isla Coiba. 

Die Isla Coiba. 

Marion schnorchelnd.

Marion schnorchelnd.

Viele bunte Fische.

Viele bunte Fische.

Am Freitag ging es dann weiter in die Hauptstadt. Wir entschieden uns, direkt in Casco Viejo, sozusagen der Altstadt, zu übernachten. Da gibt es keine Wolkenkratzer, nur alte oft renovierte bzw. restaurierte Bauten, die in ihrer ursprünglichen Form teils über 100 Jahre alt sind. Dementsprechend ist es ganz hübsch und malerisch da. :)

Der Stadtteil mit den Wolkenkratzern ist nicht unbedingt schön, war für uns allerdings auch eindrücklich, weil er so ganz anders als alle bisherigen Stationen war. Heimelig fühlte es sich dann in der grossen Mall an, die wir nach einem längeren Stadtrundgang besuchten.

Last but not least bestätigte sich leider grad auch in dieser Mall das Cliché der eher unfreundlichen Einheimischen. Generell gab es zum Glück immer wieder erfreuliche Ausnahmen, die dann wirklich richtig nett waren. Abgesehen davon suchte man in Restaurants, Läden oder auch Hotels vergeblich nach einem Lächeln.

Skyline von Panama City. 

Skyline von Panama City. 

Am Mercado de Mariscos: Ceviche, Patacones und ein Balboa. Mehr Panama geht fast nicht. 

Am Mercado de Mariscos: Ceviche, Patacones und ein Balboa. Mehr Panama geht fast nicht. 

Als Abschluss unseres wundervollen Trips gingen wir noch für zwei Nächte auf die San Blas Inseln. 365 Inseln, wovon weniger als 50 bewohnt sind, mit weissen Stränden und Palmen drauf, umgeben von türkisfarbenem karibischem Meer. Mit anderen Worten: Es sieht hier so aus wie auf den Fotos, die bei Google beim Suchbegriff «Trauminsel» erscheinen. Um es ein wenig abzukürzen (Details können gern mündlich angefragt werden): Wir wussten bereits von anderen Reisenden und dem Internet, dass das Essen meist knapp durchschnittlich und das Preis-/Leistungsverhältnis bei den Unterkünften schlecht ist. Doch allen Widrigkeiten zum Trotz: San Blas ist traumhaft. Man erkennt es ja ziemlich schnell auf den Fotos. Unsere Insel zählte längst nicht zu den kleinsten und war vielleicht gerade mal 120 Meter lang. Das Wasser ist so klar wie in Caye Caulker und es liegt überall weisser Sand (auch in der Cabaña ;). Ein gebührendes Ende für unsere einmalige Reise.

Unsere Insel: Asseryaladup. 

Unsere Insel: Asseryaladup. 

Unsere Cabaña. 

Unsere Cabaña. 

No comment. 

No comment. 

Nochmal no comment. 

Nochmal no comment. 

Ein etwas anderer Selfie. 

Ein etwas anderer Selfie. 

So, jetzt geht's noch zum Panama Kanal und heute Abend geht unser Flug zurück. Bevor wir jetzt aber melancholisch werden noch ein letztes hasta muy pronto!

2 Tage Dschungelbuch

Um es grad vorwegzunehmen: Selbst wenn es ein paar mal regnete, wir hatten Glück mit dem Wetter. Am Montag setzte der Regen 10 Minuten nach unserer Rückkehr von der ersten Wanderung ein. Am darauffolgenden Tag war es weitgehend sonnig und nach nur wenigen Stunden Regen verzogen sich die Wolken wieder und wir konnten am Abend einen beeindruckenden Sternenhimmel bewundern.

Beeindruckend war auch die Lage des Bolita Hostels. Eine ca. 30-minütige Wanderung vom kleinen Kaff Dos Brazos entfernt, stehen mitten im Wald ein paar Hütten mit Blechdächern. Die Zimmer sind sehr offen gehalten, haben keine Türen und bieten so – wie auch Klo und Dusche – praktisch freie Sicht in den Wald.

Das Bolita Hostel ist ein Traum für Naturfreunde.

Das Bolita Hostel ist ein Traum für Naturfreunde.

Unser Zimmer. 

Unser Zimmer. 

Frankie, unser süsser Beschützer.

Frankie, unser süsser Beschützer.

Die Anlage ist mit einem überraschend guten Wasser- und Abwassersystem ausgestattet. So war das Wasser aus dem Hahn trinkbar (besser als vieles, was in der Flasche verkauft wird) und wir konnten zum ersten Mal überhaupt auf unserer Reise das Klopapier herunterspülen!

Die Ironie dieser Episode ist jedoch noch lange nicht zu Ende. Obwohl es sich so ähnlich anfühlte, als ob wir beim Night Walk ein Zelt (immerhin mit Moskito-Netz; ganz wichtig!) aufgeschlagen hätten – rundherum zirpten Grillen, kuakten Frösche und flatterten Falter und anderes Getier – schlief Marion besser als in manchen Hostels zuvor.

Und last but not least waren da ja noch die Wanderungen. Zum Bolita gehört ein Netz an Trails, die von den Besitzern eigens gebaut wurden und durch primären und sekundären Regenwald (teils auch durch Bäche und Flüsse) führen. Da das Grundstück unmittelbar an den für seine Unberührtheit bekannten Corcovado Nationalpark angrenzt, findet man auch eine sehr ähnliche, üppige Flora und Fauna vor. Im Unterschied zum Nationalpark darf man hier aber auch ohne Guide los; die einzige reale Gefahr geht also von Misstritten und Schlangen aus. Obwohl von den letzteren länglichen Zeitgenossen auch giftige und aggressive Arten anzutreffen sind, gab es seit es das Bolita gibt, noch nie einen Schlangenbiss. Zudem, erzählte einer der zwei sehr netten Volunteers (Freiwilligenarbeiter), hätte er in den letzten drei Wochen seit er da oben arbeitet, noch keine einzige gesehen. Marion beruhigte das alles nur bedingt. Und sie sollte Recht bekommen ...

Im Hintergrund der Valle Frijol Trail. 

Im Hintergrund der Valle Frijol Trail. 

«Meinsch häts do kai Schlangä?» 

«Meinsch häts do kai Schlangä?» 

Wir begegneten in den knapp zwei Tagen insgesamt sechs Schlangen! :)

Die kleinste war zwar nur etwa so gross wie ein Wurm, aber die grösste immerhin über zwei Meter. Und was es für uns natürlich noch aufregender (das ist sehr positiv ausgedrückt!) machte: wir hatten keine Ahnung, ob das jeweils vorliegende Exemplar nun giftig oder eben harmlos war.

Nun, es ging alles gut und abgesehen von einem Kratzer sind wir beide heil zurückgekehrt. Natürlich gab es nebst den Kaltblütern noch viele andere, tierische Highlights. Da waren die neugierigen Klammeraffen, die uns ziemlich lange anstarrten (wir starrten logischerweise zurück). Die Tukane (Swainsontukan und Feuerschnabelarassari), welche uns beim Frühstück besuchten. Die Kolibris, die man von der Hängematte aus beobachten konnte und zig Eidechsen, Frösche, Schmetterlinge, Vögel und Käfer, die wir sahen.

Die oben-grau-unten-gelb-Schlange. 

Die oben-grau-unten-gelb-Schlange. 

«Was wollt ihr denn hier?!» 

«Was wollt ihr denn hier?!» 

 «Was wollt ihr denn hier?!» die 2te.

 «Was wollt ihr denn hier?!» die 2te.

Swainsontukan (50mm Brennweite ist zu wenig, aber das Tele liessen wir halt zuhause). 

Swainsontukan (50mm Brennweite ist zu wenig, aber das Tele liessen wir halt zuhause). 

Alles in allem war unser Aufenthalt im Bolita ein sehr schönes und intensives Erlebnis, welches viele Überraschungen bot. Wie z.B. das Rezept für das bisher romantischste Dinner:

Man verzichte auf Elektrizität,  WiFi und andere Gäste (in der zweiten Nacht), füge einen klaren Sternenhimmel, zwei Kerzen und einen Topf selbstgemachte Pasta hinzu et voilá! ;)

Die Welt schien da oben defintiv still zu stehen.

Soo romantic! :) 

Soo romantic! :) 

Unsere Reise macht jedoch das Gegenteil und seit letztem Mittwoch sind wir in Panama, dem letzten Land auf unserem Trip, angekommen.

Was uns hier noch alles erwartet erzählen wir beim nächsten Mal.

Hasta la próxima!

Fremde Heimat.

Costa Rica ist grün. Sehr grün sogar und so verwundert es wenig, dass es bisher kaum einen Tag ohne Regen gab. Gut, wir sind mittlerweile auch definitiv in der Regenzeit, was zu Beginn unserer Reise noch nicht der Fall war. Jedenfalls ist es sehr schön, an saftigen Wiesen und unzähligen Wälder vorbei zu fahren oder darüber zu fliegen. Mehr dazu später.

Erst zu unserer zweiten Station in Costa Rica: Sámara. Dieses Städtchen liegt etwas weiter südlich als Tamarindo und ist weniger überfüllt mit Touris. Restaurants und Unterkünfte, auch hier öfter mit nordamerikanischen Besitzern, gibt es immer noch mehr als genug. Wir hatten ursprünglich vor ins Hostel Cactus zu gehen, wurden dann jedoch von einer netten US-Lady "abgefangen", die uns ihr Zimmer am Strand (welches sie via airbnb vermietet) für einen super Preis anbot. Wir haben die Chance gepackt, vor allem auch wegen der Meersicht. Es waren zwar noch ein paar Meter dazwischen, aber im Bett liegend das Rauschen der Wellen zu hören war auf jeden Fall speziell cool!

Surfen direkt am Ort war nur bei Flut, frühmorgens und gegen Abend gut. Auch dann kamen die eher mittelmässigen Wellen sehr unregelmässig, d.h. es gab viele Pausen. Ganz anders am nur eine kurze Taxifahrt entfernten Playa Buena Vista. Da kam praktisch eine gute Welle nach der andern und es gab fast keine Zeit zum Ausruhen. Hier haben wir dann auch unseren zweiten Nachmittag verbracht.

Am Strand in Sámara.

Am Strand in Sámara.

Obwohl die ersten Busfahrten in Costa Rica gut waren, wurde uns in Sámara die Grenzen des Busnetzes und der Fahrpläne bewusst. Wir entschieden uns – mitunter dank den zahlreichen Tipps zweier netter und kompetenter Damen vom Tourist Center – ein Auto zu mieten. Allradantrieb sollte er haben, lautete dann auch die Empfehlung vom Autovermieter, gerade wenn wir damit ins Hochland wollten.

Mit dem silbernen Flitzer (leicht übertrieben – er hatte gefühlte fünf PS mehr wie meine Vespa) ging es weiter nach La Fortuna. Diese Stadt ist der Ausgangspunkt für das Gebiet um den Arenal Vulkan und ein Touriparadies. Am frühen Abend angekommen, gönnten wir uns eines der zig Must-do's vor Ort: Thermalbäder. In den Termalitas (eine der wenigen Optionen mit Backpacker-freundlichen Preisen) kann man zwischen mehreren Bädern mit verschieden Temperaturen auswählen. Von kühl bis "do-gang-i-nöd-inä"-heiss gibt's alles.

Unser Daihatsu 4x4 strotzt dem steinigen Weg. 

Unser Daihatsu 4x4 strotzt dem steinigen Weg. 

Die Termalitas in La Fortuna. 

Die Termalitas in La Fortuna. 

Tags darauf fuhren wir zu einem Hängebrückenpark mit Kolibrigarten und im Anschluss wartete eine Nachttour im Ecocentro Danaus (ein kleiner Regenwaldpark in privatem Besitz). Der kompetente Guide Elias hatte nicht nur ein unglaubliches Gespür, wo grad ein kleines Tier war, sondern wusste auch bestens Bescheid und erzählte so viel, dass man froh war, wenn immerhin die Hälfte hingen blieb. Er zeigte uns Frösche, die etwa so gross wie Marions Daumen (meine sind grösser :P waren und in unvorstellbarer Lautstärke "quakten". Wir sahen die Augen von Kaimanen im Licht der Taschenlampe reflektieren, den "Jesus Christ Leguan" (er kann übers Wasser laufen), riesige Schmetterlinge und vieles mehr. Kostenlos dazu gabs die Aufregung, im dunkeln Wald inmitten von Geräuschen und Lauten zu stehen, von denen man weder wusste von wem oder was noch woher sie kommen.

Ein hohes Pflänzchen (im Hintergrund der Vulkan Arenal).

Ein hohes Pflänzchen (im Hintergrund der Vulkan Arenal).

Der Hängebrückenpark Mistico. 

Der Hängebrückenpark Mistico. 

... und wir. 

... und wir. 

Ein Highlight der Night Tour: der Rotaugen-Laubfrosch. 

Ein Highlight der Night Tour: der Rotaugen-Laubfrosch. 

Eine holprige Fahrt, vorbei am Lago Arenal, führte uns nach Monteverde und bot nebst schönen Aussichten auch eine Flussdurchquerung und zahlreiche 1.-Gang Passagen.

In Monteverde befindet sich der bekannte Nebelwald und das beste Zip Lining (Seilrutschen) vom Land. Auf den Rat des Hostelbesitzers buchten wie die Tour bei Extremo. Die Canopy Tour dieses Anbieters umfasst die längsten und höchsten Kabel der Region, ein Tarzan-Swing und zwei Superman-Kabel. Adrenalin pur, vorallem beim Tarzan-Swing, wie man unschwer sehen bzw. hören kann.

Aussicht von einer Plattform. 

Aussicht von einer Plattform. 

Als am Nachmittag erneut Regen einsetzte, machten wir uns auf den Weg nach Manuel Antonio. Der kleinste Nationalpark des Landes ist ein Touristenmagnet und leider zum Opfer des eigenen Erfolgs geworden. Die Tiere sind mittlerweile fast zu sehr an Menschen, die jeden Tag in Strömen durch den Park wandern, gewöhnt. Nichtsdestotrotz ist es erstaunlich, wieviele Tiere man zu sehen bekommt – als wäre es eine Art Freiluft-Zoo. Obwohl ich gerade zu Beginn etwas Mühe mit der Besuchermenge hatte, ist es am Ende doch auch ein lohnenswerter Abstecher gewesen.

Goldbaumsteiger. 

Goldbaumsteiger. 

Schwarzleguan. 

Schwarzleguan. 

Frecher Waschbär. 

Frecher Waschbär. 

Kapuzineraffe mit Nachwuchs. 

Kapuzineraffe mit Nachwuchs. 

Auch die Strände im Manuel Antonio Park können sich sehen lassen.

Auch die Strände im Manuel Antonio Park können sich sehen lassen.

In dem verschlafenen Städtchen Puerto Jimenez auf der Osa Halbinsel haben wir unser Auto zurückgegeben. Vorallem als Ausgangspunkt zum Corcovado Nationalpark bekannt, kann man hier auch wunderbar entspannen. Zum Beispiel an einem der nahen, fast menschenleeren Stränden, die man auch gut per Velo erreicht. Für uns war es zudem Kontrastprogramm zu den vorherigen, etwas überfüllten und touristischen Orten.

Sicht von der Krokodilbrücke bei Tarcoles (auf dem Weg in den Süden).

Sicht von der Krokodilbrücke bei Tarcoles (auf dem Weg in den Süden).

Playa Plantanares bei Puerto Jimenez. 

Playa Plantanares bei Puerto Jimenez. 

Als letzte Station in der Schweiz Zentralamerikas (wie Costa Rica in meinem Guide genannt wurde) gehen wir morgen für zwei Nächte ins Bolita Hostel in Dos Brazos. Dieses befindet sich mitten im Urwald (grenzt an den Corcovado Nationalpark) und Elektrizität gibt's keine. Wir sind gespannt, was uns da alles erwartet. Die Regenjacken sind jedenfalls eingepackt und die Akkus sind voll. Bleibt nur noch auf gutes Wetter zu hoffen. ;)

Ihr hört von uns – Pura Vida! 

... weiter geht's im gleichen Stil.

Erst wollten wir ja den Mombacho Vulkan bewandern, entschlossen uns dann auf den Rat eines kanadischen Paares jedoch zum sehr aktiven Masaya; und zwar für die Night Tour. Im Dunkeln wirkt die feurig-orange leuchtende, heisse Gesteinsmasse noch imposanter.

Es war wirklich unbeschreiblich! Man stand da oben (wurde übrigens definitiv bis ganz nach oben hochgefahren) und vielleicht fünfzig Meter unter einem war die Lava. Nachdem Fuego uns in Guatemala "nur" ein paar Rauchwolken schenkte, war es hier so richtig am Brodeln. Nach nur 20 Minuten mussten wir zwar wieder zurück ins Shuttle, das Wow-Gefühl blieb jedoch noch weit länger bestehen. Zum Glück haben wir diese Tour gemacht.

Brodelnde Lava: Vulkan Masaya. 

Brodelnde Lava: Vulkan Masaya. 

Nach einem fruchtigen Frühstück kam am nächsten Tag ein kleiner roter Wagen, der uns indirekt zu der Laguna de Apoyo brachte. Die Detour beinhaltete den Markt in Masaya, die Pueblos Blancos inkl. Stopp bei einer Töpferwerkstatt und -schule sowie den Aussichtspunkt in Catarina. An letzterem kam bereits Vorfreude auf, bald in das grün-schimmernde Blau eintauchen zu dürfen.

Töpfer-Demo bei den Pueblos Blancos. 

Töpfer-Demo bei den Pueblos Blancos. 

Die Laguna de Apoyo vom Aussichtspunkt bei Catarina.

Die Laguna de Apoyo vom Aussichtspunkt bei Catarina.

Keine Stunde (ohne Umweg ;) von Granada entfernt befindet sich der Kratersee, der zu den schönsten in ganz Zentralamerika gehört. Wir sind jedenfalls beide noch nie in einen so sauberen und warmen See reingesprungen. Man vergisst definitiv die Zeit, wenn man sich auf einem alten Reifen sitzend einfach treiben lässt. Natürlich fiel uns auch das Sünnelä am Strand sehr leicht und darum verlängerten wir unseren Aufenthalt spontan noch etwas.

Ach und das Bier kostete 1.30 US Dollar, der Nica Libre (wie Cuba Libre einfach mit dem lokalen Rum) 1.50 - gefährlich, gefährlich. Zum Glück hatten wir uns im Griff. ;)

Ein Frühstück mit Aussicht. 

Ein Frühstück mit Aussicht. 

Unser erstes Mal Stand-Up Paddling.

Unser erstes Mal Stand-Up Paddling.

Das Restaurant vom Hostel direkt am See. 

Das Restaurant vom Hostel direkt am See. 

"chli hänge" 

"chli hänge" 

Nach drei Übernachtungen konnten wir uns jedoch der Anziehungskraft des herrlichen Wassers entziehen und sind zur Zwillingsvulkaninsel "Isla de Ometepe" weitergefahren.

Inmitten vom Lago de Nicaragua, einem riesigen See, der nicht umsonst "Meer von Nicaragua" genannt wird, liegt diese besondere Insel. Auf beiden Inselhälften ragt ein Vulkan in die Höhe, was sie definitiv einzigartig macht. Baden kann man zwar auch, es ist aber nicht mehr ganz so schön wie in der Laguna.

Wir haben uns - wie es da sehr üblich ist - einen Töff gemietet und damit beinahe die komplette Insel umrundet. Highlights waren der Strand Santo Domingo, der Naturpark Charco Verde, die Vulkanwasser-Pools "Ojo de Agua" und am Ende der Sonnenuntergang am Aussichtspunkt Punta Jesus Maria. Das Ojo de Agua war wohl das beste: Das kristallklare Wasser vom unterirdischen Bach, der im Vulkan Maderas entspringt, war seit langem mal wirklich eine Abkühlung.

In einem ziemlich alten Boot gings auf die Isla de Ometepe. 

In einem ziemlich alten Boot gings auf die Isla de Ometepe. 

Unsere weisse Enduro Maschine :) 

Unsere weisse Enduro Maschine :) 

Strand von Santo Domingo. 

Strand von Santo Domingo. 

Das wunderschöne Ojo de Agua. 

Das wunderschöne Ojo de Agua. 

Mit Glück erwischt (Charco Verde). 

Mit Glück erwischt (Charco Verde). 

Sonnenuntergang am Punta Jesus Maria.

Sonnenuntergang am Punta Jesus Maria.

Nach einem super Frühstück im Corner House - unsere Unterkunft in Moyogalpa - verliessen wir das schöne Nicaragua und kamen vergangenen Mittwoch in Tamarindo, Costa Rica an. Dieses Städtchen - zurecht auch Tamagringo genannt - ist sehr touristisch, amerikanisiert und ein idealer Platz, um Surfen zu lernen. Vor lauter Surfern (und ihren Lehrern) sieht man jedenfalls manchmal kaum noch Meer. ;)

Wir haben uns natürlich "trotzdem"  in den Wellen versucht und es ging ganz ordentlich. Im Vergleich mit Las Peñitas waren die Bedingungen definitiv einiges einfacher.

Unverhofft kam es am frühen Abend noch zu einer Premiere: das erste Mal Beachvolleyball auf unserer Reise! Spielpartner waren ein Amerikaner und ein grossgewachsener Tico (Einheimischer). Dank überraschend tollen Ballwechseln hat es ziemlich Spass gemacht; anschliessend ins Meer zu springen jedoch fast noch mehr! :)

Surfen in Tamagringo. 

Surfen in Tamagringo. 

Abendstimmung am Parkplatz vor dem Strand. ;)

Abendstimmung am Parkplatz vor dem Strand. ;)

Bald geht's ins Landesinnere, ihr hört von uns.

Pura Vida!

Halbzeit in Nicaragua.

Wie schon erwähnt war unsere erste Station in Nicaragua die ehemalige Hauptstadt der Revolution mit dem klingenden Namen León. Die Stadt ist ähnlich bunt wie Antigua, hat zahlreiche Kirchen und Kathedralen, mitunter eine der grössten in ganz Zentralamerika. Auf dem Dach jener Catedral de la Asuncíon de María de León konnte man barfuss herumspazieren und schöne Aussichten auf die Stadt und die umliegenden Vulkane geniessen.

Aussicht von der Catedral de León. 

Aussicht von der Catedral de León. 

Wir zwei auf dem Dach der Kathedrale. 

Wir zwei auf dem Dach der Kathedrale. 

Iglesia La Merced, León.

Iglesia La Merced, León.

Apropos Vulkane, das Volcano Boarding vom Cerro Negro war ein riesen Spass! Mit der Non-Profit Tour Agency Quetzaltrekkers (sie spenden ihren gesamten Gewinn Kinderhilfsprojekten in Nicaragua) ging es nach einer kurzen Busfahrt zu Fuss in nicht mal einer Stunde auf den Gipfel. Danach folgte die Abfahrt: in lustige Schutzanzüge gehüllt, auf einfachen Brettern sitzend und mit Handschuhen und Schutzbrille (wegen den entgegenfliegenden Steinen).

Als alte Schlittler haben wir uns relativ gut geschlagen und liessen es gerade bei der zweiten Abfahrt ziemlich laufen ... und das sieht dann etwa so aus:

Aufstieg auf den Vulkan Cerro Negro. 

Aufstieg auf den Vulkan Cerro Negro. 

Oben angekommen bot sich die Aussicht zum "Ring of Fire". 

Oben angekommen bot sich die Aussicht zum "Ring of Fire". 

Marion's Schlittlerwink.

Marion's Schlittlerwink.

Wie schon erwähnt war die Hitze in der Stadt ziemlich drückend und wollte man es etwas kühler ging man entweder in den Supermarkt (nebenbei der schönste bisher) oder aber, etwas unerwartet, ins Museum.

Und so gingen wir ins art center of the Ortiz Gurdián Foundation und bewunderten, hinterfragten, oder einfach betrachteten unzählige Werke mittelamerikanischer aber auch europäischer Künstler. Schon alleine die Räumlichkeiten, zwei wunderschöne alte Kolonialbauten, waren einen Besuch wert.

Wirkliche Abkühlung brachte allerdings erst das Meer, selbst wenn es trotz pazifischer Seite, erneut seichwarm war. :) Im kleinen, laid-back Städtchen Las Peñitas, weniger als eine halbe Stunde Autofahrt von León entfernt, hat es einen meist ziemlich menschenleeren Strand und ein ziemlich welliges Meer. In Sachen Surfen war es dann auch am ersten Tag anspruchsvoll, aber machbar; am zweiten Tag dann schlicht zu schwierig für uns. Selbst die einheimischen Surfer haben sich jeweils nur zu gewissen Zeiten in die Wellen geworfen. Apropos Wellen, beinahe wäre noch ein Mädchen vor unseren Augen ertrunken. Glücklicherweise kam der Lifeguard noch rechtzeitig zur Hilfe und konnte sie retten.

Der Strand und unser Surfboard in Las Peñitas. 

Der Strand und unser Surfboard in Las Peñitas. 

Rad bei Sonnenuntergang. 

Rad bei Sonnenuntergang. 

Bei uns sorgte am Abend noch ein kleines, schwarzes Wesen für etwas Aufregung: nein, keine Cucaracha sondern ein Skorpion. Er war am Eingang unseres Zimmers und konnte zum Glück ohne Probleme hinausbefördert werden.

Erwähnenswert ist sicher noch unser letztes Abendessen bevor es nach Granada ging. Es gab richtig geilen Fisch in einer Hütte mit Plastikstühlen, die man ohne vorherigen Hinweis unserer Unterkunft niemals als Restaurant erkannt hätte. Die Besitzerin und Köchin war eine liebe Mamasita, die uns den Fang des Tages erst in einer Styroporbox präsentierte und anschliessend ausgezeichnet zubereitete. Zum Glück hörte der Regen schon ein paar Minuten vor unserem Besuch auf; das Dach der "Scheune" hält ihm nämlich nicht stand. ;) Ach und gekostet hat es übrigens fast nichts.

 

Granada ist kleiner, aber noch hübscher als León. Das erste Mal haben wir uns für eine Stadt-Tour mit Besuch der beiden Zigarrenfabriken (meine Hauptmotivation) entschieden. Unser Guide George hat uns viel von der Geschichte, der Revolution sowie der aktuellen Lage von Granada und von ganz Nicaragua erzählt.

Eine Boat-Tour zu den Isletas, den unzähligen (ca. 370) Inseln auf dem Lago de Nicaragua, war das anschliessende Nachmittagsprogramm. Getreu dem Motto: chasch nöd immer gwünnä, war diese Ausfahrt ganz okay, aber nicht viel mehr. :)

Diese Zeilen schreib ich übrigens grad im Café de las Sonrisas. Ein Café/Restaurant und gemeinnütziges Projekt, wo einen ausschliesslich taubstumme Menschen bedienen. Eine erfrischend andere Erfahrung plus können wir nun beide Danke in der Gehörlosensprache "sagen".

Iglesia San Francisco, Granada. 

Iglesia San Francisco, Granada. 

Zigarrenrollen bei Mombacho Cigars. 

Zigarrenrollen bei Mombacho Cigars. 

... und bei Doña Elba Cigars. 

... und bei Doña Elba Cigars. 

Der Papagei hat Marion soeben einen guten Witz erzählt. 

Der Papagei hat Marion soeben einen guten Witz erzählt. 

Die grösste Hängematte von Nicaragua im Café de las Sonrisas.

Die grösste Hängematte von Nicaragua im Café de las Sonrisas.

Heute Abend geht es auf den aktiven Vulkan Masaya, der sehr sehr einfach zu besteigen ist. Man kann quasi hochfahren. ;)

¡Hasta pronto!

Honduras - durch dick und dünn.

Die Zwischen-Übernachtung in Antigua war zwingend, um innerhalb eines Tages nach Copán, Honduras zu kommen. Beim Ausreiseschalter auf der Guatemala-Seite musste die Australierin vor uns 10 Q(uetzales) Ausreisegebühr zahlen. Auf meine Fragen weshalb wir dies bezahlen müssten und ob er auf 100 Q rausgeben könne, kam die Antwort, es sei schon in Ordnung und er erliess uns die fragwürdige Gebühr. So kann's gehn - zumindest hier. :)

 

In Copán sind wir in einem netten Hostel untergekommen und mussten uns erstmal an die bestimmt fünf Grad höheren Temperaturen gewöhnen. Mit vollen Wasserflaschen gings dann zu den berühmten Maya Ruinen.

Obschon etwas weniger gross als es noch Tikal war, beeindruckend und unglaublich schön waren auch diese Ruinen. Man kann sich definitiv beide Stätten anschauen, ohne dass es nur im Ansatz langweilig werden würde.

Die Maya Ruinen in Copán.

Die Maya Ruinen in Copán.

Am Eingang der Ruinen fliegen diese hübschen Kameraden frei herum. 

Am Eingang der Ruinen fliegen diese hübschen Kameraden frei herum. 

Ruine-Turnen ... oder so ähnlich

Ruine-Turnen ... oder so ähnlich

Am Nachmittag gönnten wir uns noch eine Abkühlung im nahegelegenen Pool eines "Luxusresorts"; mit Konsumation im Restaurant war dies gedultet. Zumindest lautete so der Tipp von unserem Hostel.

Wirklich luxuriös war dann die Weiterreise am frühen Morgen des nächsten Tages. In der besten Klasse (die Sitze liessen eine beinahe horizontale Lage zu) vom Hedman Alas Reisebus ging es an die karibische Küste nach La Ceiba. Verrückt dabei war, dass wir während der ersten Teilstrecke bis nach San Pedro Sula den Bus für uns alleine hatten. Im hässlichen La Ceiba brachte uns das Taxi ans Terminal der Fähre nach Roatán. Die Überfahrt zur Insel dauerte länger und war einiges windiger als erwartet. Zum Glück kamen wir an, bevor uns die aufkommende Seekrankheit zum "Fische füttern" zwang.

Roatán ist viel grösser als Caye Caulker, das Meer ist bitzli weniger schön (immer noch traumhaft), jedoch sind die Strände bedeutend schöner. Leider zwang eine mühsame Magengeschichte Marion, vorallem in den ersten Tagen auf der Insel zum Ausspannen und NichtVielTun. Ich wiederum blieb zum Glück verschont und nutzte die Gelegenheit, eine neue Welt zu erkunden: jene unter Wasser. Der dreitägige Tauchkurs machte mich zum PADI Open Water Diver - yeah. :)

Traumhaftes Roatán. 

Traumhaftes Roatán. 

Sonnenuntergang an "unserem" Strand.

Sonnenuntergang an "unserem" Strand.

Marion entspannt am Lesen. 

Marion entspannt am Lesen. 

Ohne Worte. 

Ohne Worte. 

Es war im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend (mein Sauerstofftank war viel zu schnell leer - allen, die schon mal getaucht sind, wird das bekannt vorkommen) und eine unglaublich faszinierende Erfahrung, fast 20 Meter unter der Oberfläche, inmitten von Fischen, Hummern und Korallen zu schweben.

In Sachen Unterkunft haben wir uns zum ersten Mal ein Studio/eine Cabana mit eigener Küche gegönnt. Nicht alle unsere Gerichte gelangen, aber die Mehrheit schmeckte sehr gut! Vorallem war es aber auch einfach sehr gemütlich, das eigene "Häuschen" zu haben.

Mein Tauchlehrer Alex machts vor.

Mein Tauchlehrer Alex machts vor.

Mein erster Unterwasser-Selfie

Mein erster Unterwasser-Selfie

Unser Heim (links oben). 

Unser Heim (links oben). 

Nach fast einer Woche machten wir uns auf den Weg Richtung Los Naranjos, unsere letzte Station in Honduras. Obwohl die Fähre diesmal bedeutend ruhiger war, sollte es ein turbulenter Trip werden. Im immer noch hässlichen La Ceiba erfuhren wir vom (abermals fetten) Taxifahrer, dass beide Reisebusunternehmen, die uns schneller und direkter an unser Ziel gebracht hätten, seit wenigen Wochen geschlossen haben. Beide haben ihre "impuesto de guerra" (eine Art Schutzgeld) nicht bezahlt und so wurde je ein Fahrer umgebracht. Ob diese Geschichte so genau stimmt haben wir nicht verifiziert, aber beide waren definitiv geschlossen. Für uns bedeutete dies ein Umweg und mindestens einmal mehr umsteigen. Unser erster Bus mit dem klingenden Namen "Diana Express" hatte ein kaputtes Getriebe (und sonstige Mängel) und war auch sonst ein ziemlicher Bummler. Weiter ging es in einem Bus, der zwar in besserem Zustand war, aber uns leider nicht wie vom Fahrer und den Ticketverkäufern versichert, direkt an unser Ziel brachte, sondern ein paar Ortschaften vorher aussteigen liess. Lange Ärgern bringt eh nichts und nur zwei Busfahrten (letztere stehend) später, kamen wir auch schon bei unserer Unterkunft, die Lodge, Restaurant und Brauerei in einem ist, an.

 

Ernüchterung dann im Zimmer: schon wieder eine Kakerlake (wie zuvor schon in der letzten Nacht auf Roatán). Auch wenn das spanische "Cucaracha" immerhin nett klingt, im Zimmer will man diese Tiere definitiv nicht haben. Marion raubten sie gar ihren Schlaf; ich find sie auch abstossend, aber kann wenigstens trotzdem gut schlafen. Jedenfalls fand ich es dann wiederum ziemlich schade, dass es in der D&D Brewery am ersten Abend noch drei ihrer fünf eigenen Biersorten zur Auswahl standen; am zweiten gar nur noch eine. Jammern auf hohem Niveau, ich weiss, gerade weil die Unterkunft ja abgesehen von diesen kleinen Tieren wirklich schön war! So gab es auch andere kleine und hübsche Tiere, wie der Kolibri, der uns beim Zmorgä besuchte.

Am nächsten Tag stand ein Ausflug zum Pulhapanzak Wasserfall an. Eigentlich eine sehr kurze Strecke/Fahrt, die sich jedoch unglaublich in die Länge zog. Es ging um einen abermals stark übergewichtigen Chauffeur, der es vorzog, während dem "Fressen" (sorry!) mit Schrittgeschwindigkeit zu fahren und weitere Faktoren (siehe * weiter unten), die zu der dreifachen Reisedauer führten. Egal, jedenfalls wurde uns vom Hostel und auch vor Ort wärmstens empfohlen, die Tour hinter die Fälle zu machen. Wir wussten nicht recht, was uns erwartet, aber es wurde eine sehr coole und actionreiche Tour: Schwimmen, Klettern (während das Wasser auf einen hinunterpeitscht), in kleine Höhlen rein und am Anfang und Ende je ein Sprung in ein kleines Felsbecken!

Der Pulhapanzak Wasserfall. 

Der Pulhapanzak Wasserfall. 

... und wir mittendrin.

... und wir mittendrin.

Herausfordernd war dann auch der nächste Reisetag. Wir wollten es in einem Tag über die Grenze nach Léon, Nicaragua schaffen. Rein von der Distanz her in Europa sicherlich gut in 4 Stunden machbar. Hier jedoch läuft alles ganz anders. Es gibt keine Tunnels, man fährt also über jeden "Hoger". Auf die Busse an sich müssen wir nicht nochmal eingehen und das Ein- und Aussteigen lassen von Passagieren irgendwo auf der Strecke ist zwar sehr sozial; die Reisezeit verlängern tuts natürlich trotzdem. Vorallem, wenn sich die Abfahrt auch schon am Start danach richtet, dass auch möglichst der letzte Platz besetzt ist. Das kann unter Umständen ziemlich lange dauern, gerade wenn einfach gar keine Leute da sind, die mitfahren wollen*. Wie auch immer, nach dem letzten Minibus auf honduranischer Seite (so eng war's noch nie - ich glaube wir könnten uns mittlerweile in unsere Rucksäcke setzen ;) gelangten wir finalmente an die Grenze.

Auf einmal ging es speditiv - niiicht! ;) Immerhin ging es auf der Seite von Nicaragua schon etwas schneller. Wären da nicht die nervigen Velotaxi-Typen und das tropische Gewitter, welches auf einmal einsetzte, könnte man fast sagen es lief glatt. Für den Regen gabs Hüllen, aber sich gegen ihren Abzock-Versuch zu wehren war mühsam. Klar, es ging nicht um grosse Beträge, aber sie verlangten von uns das zehnfache, weil sie doch zu zweit waren und es so stark regnete. Okay, das Argument Regen kann man noch so halb gelten lassen, aber dass wir für zwei zahlen sollen, obschon der eine "gordito" (der Dicke) einfach nur nebenher mitgefahren ist geht wirklich zu weit. Nun, wir gaben ihnen das Doppelte und stiegen in den nächsten Minibus.

Eine Minibus- und eine Taxifahrt später standen wir dann tatsächlich vor unserem Hostel in León - geschafft! Man darf den Glauben und Optimismus (im Grunde genommen doch sehr ähnliche Dinge) in diesen Breitengraden einfach nicht verlieren. Das schreibt sich irgendwie so einfach ... ;)

 

Von León schreiben wir an unserer nächsten Station, ein verschlafenes Surferstädtchen an der pazifischen Küste, wohin wir morgen weiterreisen. Wir senden euch ein paar Sonnenstrahlen (hier gibt's genug bzw. es ist soo heiss) in die nass-kühle Schweiz und sagen ¡hasta pronto!

Früher aufstehen als die Sonne.

Im malerischen Städtchen Antigua erwartete uns ein neues Level in Sachen Unterkunft: via airbnb buchten wir ein Zimmer in einer Villa. Mit dem begehbaren Kleiderschrank - mehr als genug für 10 Rucksäcke wie die unsrigen - dem riesigen Bett, Fernseher und Bad konnten wir uns selbstverständlich schnell anfreunden.

Antigua ist zwar sehr touristisch, hat jedoch grossen Charme. Man kann hier internationale Küche geniessen (wir gönnten uns am Ende gar echte Chnöpfli beim Romand Christophe), praktisch überall in Englisch bestellen oder einfach durch die Pflasterstein-Strassen vorbei an den bunten Häusern schlendern. Von senfgelb zu pflaumenrot; die ganze Palette ist vorhanden.

Marion und ihr Fruchtsaft in Antigua.

Marion und ihr Fruchtsaft in Antigua.

Bunt sind auch die Gewänder auf dem Plaza Mayor. 

Bunt sind auch die Gewänder auf dem Plaza Mayor. 

Auf einer Bike-Tour lernten wir die umliegenden Dörfer kennen, erhielten einen Einblick in die Kaffeeproduktion der Bella Vista Coffee Farm und konnten uns von der Qualität pestizidfrei gezüchteter Macadamia Nüssen überzeugen. In "San Antonio Aguas Calientes" war unser letzter Halt und bevor uns der Schlussaufstieg zum Schwitzen bringen sollte, sorgte die riesige Auswahl an von Hand gewobenen Tüchern, Taschen etc. im lokalen Handwerkszentrum für Schweissperlen.

Ein typischer Chicken-Bus und im Hintergrund der Vulkan Acatenango. 

Ein typischer Chicken-Bus und im Hintergrund der Vulkan Acatenango. 

Kaffeebohnen am Trocknen. 

Kaffeebohnen am Trocknen. 

Fast wie Nüssli: getrocknete Kaffeebohnen. 

Fast wie Nüssli: getrocknete Kaffeebohnen. 

Dieser netten Mamasita kauften wir einen Tischläufer ab. 

Dieser netten Mamasita kauften wir einen Tischläufer ab. 

Am nächsten Tag wurden wir von Oscar aus Perú in die Welt der Schokolade entführt. Im Choco Museum lernten wir nicht nur allerlei über die Produktion, sondern durften auch unsere eigene - nach altem Maya Rezept - Schokolade (in flüssiger Form) herstellen. Am Ende des unterhaltsamen Workshops kannte er natürlich auch das Wort Schoggi.

Aus Kakaobohnen wird Pulver.  

Aus Kakaobohnen wird Pulver.  

Weniger Schoggi war der nächste Ausflug, zumindest das erste Drittel davon.

Der Gipfel bzw. besser gesagt der Krater des Vulkans Acatenango, 3976 M.ü.M. war das Ziel des zweitägigen Trips. Immerhin brachte uns der Shuttle Bus schon auf gut 2,500 Meter. Von da an gings steil bergauf und das frohe Wandern wurde durch die über 9l Wasser (für uns beide), das Essen sowie diverses Material im Rucksack zugegeben etwas erschwert.

Auf teils sehr sandigem Untergrund ging es durch Felder, Wälder mit Bäumen, Wälder ohne Bäume bis zum "Basislager" ca. 200m unter dem Gipfel. Erschöpft, aber glücklich genossen wir die Aussicht auf die benachbarten Vulkane Agua und Fuego. Allerdings hielt das freundliche Wetter nicht lange an und ab ca. fünf Uhr - nachdem zum Glück alle Zelte standen - fing es plötzlich an zu regnen.

Ein paar Stunden später sassen wir immer noch im Zelt und inmitten mehrerer heftiger Gewitter. Die Pasta wurde uns freundlicherweise bis ans Zelt geliefert (Guide zu sein hat auch seine Schattenseiten).

Viel schlafen kann man woanders; um 3.30 Uhr wurden wir geweckt. In unserem Fall kam neben der Höhe noch der Umstand dazu, dass mein Schlafsack im Tal blieb und wir zum Glück noch dem einen Gaul bzw. seinem Besitzer eine Decke ausleihen konnten. Details dazu ein ander Mal.

Jedenfalls hatte es aufgehört zu regnen und der Gipfel rief. Der anstrengende Aufstieg mit Stirnlampe erfolgte durch tiefen Sand, was bedeutete, es hatte beinahe was von einem Tanzschritt: zwei vor, einer zurück.

Am Gipfel angekommen wars kühl, windig und voller Touris. Die Sicht auf Agua und Fuego beim Sonnenaufgang war im wahrsten Sinne des Wortes nicht gerade blendend, aber okay. Letzterer ist ja immer noch aktiv, hat für uns leider dann kein Fuego (bzw. Lava) gespeit. Immerhin durften wir mehrere Eruptionen mit Rauch beobachten.

Das klingt jetzt nicht gerade berauschend, aber eigentlich war es unfassbar cool, da oben am Krater zu stehen! Bewölkung und Lava hin oder her. ;)

Danach gabs noch Banana Bread und so etwas wie Kaffee zum Zmorgä und Zack! war die grosse Gruppe (15 Personen plus zwei Guides) schon wieder im "Tal". Der Abstieg dauerte weniger als halb so lang. Unten dann die Erleichterung und das gute Gefühl, es geschafft zu haben. Zugegeben, bei den meisten kam auch das Gefühl #allestuzmerweh auf. 

Vulkan Fuego am Räucheln. 

Vulkan Fuego am Räucheln. 

Geschafft! Das Gipfelfoto. 

Geschafft! Das Gipfelfoto. 

Vulkan Agua bei Sonnenaufgang.

Vulkan Agua bei Sonnenaufgang.

Bevor wir Antigua verliessen, statteten wir unseren zwei Lieblingsorten (das Cafe Union und die Saftbar Almenecer) noch einen Besuch ab. Jimmy vom Union ist der Sohn eines Schweizers, der in Diessenhofen aufgewachsen ist. Er gab uns viele Tipps und ist super buena onda, wie man hier zu sagen pflegt. Lustig, gell!

Im Shuttle-Bus nach Panajachel trafen wir per Zufall auf das amerikanische Paar, mit dem wir uns das Zelt geteilt hatten. Weiter gings im Boot in das ca. 45 Min. entfernte San Pedro la Laguna.

Das Dorf am Fusse des gleichnamigen Vulkans liegt am eindrucksvollen Lago de Atitlán. Dieser See wird von insgesamt drei Vulkanen umgeben. Wir wollten vorerst grad keinen besteigen und buchten den Ausflug auf den Nariz del Indio. Erneut hiess es so sau früh aufstehen, um den Sonnenaufgang an diesem Aussichtspunkt zu geniessen.

Und - es hat sich wieder gelohnt! Dieses Mal war auch die Sicht von keinen Wolken getrübt und wir sahen dem See und den anliegenden Dörfern beim Erwachen zu. Übrigens konnten wir bei dieser Gelegenheit "Reisen wie die Locals" erleben, d.h. die Hinfahrt im Chicken-Bus und zurück auf der Ladebank eines Pick-Ups (zusammen mit 8 anderen plus Material).

Sonnenaufgang über dem Lago Atitlán zum ersten. 

Sonnenaufgang über dem Lago Atitlán zum ersten. 

Sonnenaufgang über dem Lago Atitlán zum zweiten.

Sonnenaufgang über dem Lago Atitlán zum zweiten.

Last but not least gingen wir gestern noch zum wohl bekanntesten Markt in Guatemala nach Chichicastenango. Ein Labyrinth voller Farben, Gerüche und Menschen in meist traditionellen Gewändern, die einem gerne irgendetwas verkaufen möchten.

Chichicastenango: sie strahlt, als hätten wir was gekauft.

Chichicastenango: sie strahlt, als hätten wir was gekauft.

Heute geht es weiter Richtung Honduras, sehr wahrscheinlich mit einer Zwischen-Übernachtung in Antigua. Ihr hört von uns.

Hasta la próxima!